„In der brisanten Finanzlage der Kommunen ist die Erwachsenenbildung, und damit das Angebot der Volkshochschulen, in akuter Gefahr. Es kann nicht sein, dass wir vor Ort in dieser Lage allein bleiben“, warnt Vorstandsvorsitzender Steffen Bockhahn. Als Sozialsenator der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bilanziert er, dass die kommunalen Zuschussbedarfe der Volkshochschulen in den letzten Jahren massiv angestiegen sind. In den meisten Gebietskörperschaften ist es den Einrichtungen laut Verband nicht mehr möglich, die gestiegenen Aufwendungen, beispielsweise im Bereich Energie, Honorare oder Gebäudeunterhaltung, aus eigener Kraft zu kompensieren.
„Wir beobachten aktuell, dass unsere kommunal getragenen Volkshochschulen daher die Gebühren bzw. Entgelte für Kurse empfindlich erhöhen müssen. Bürgerinnen und Bürger müssen also tiefer in die Tasche greifen, um sich etwa gesund zu halten, Fremdsprachen zu erlernen oder Wissen rund um PC, KI und Co zu erwerben“, sagt Verbandsdirektorin Maren Jakobi. Sie weist darauf hin, dass das besonders für den einkommensschwachen, ländlichen Raum eine besorgniserregende Entwicklung ist. Der Verband sieht die Chancengleichheit in Gefahr: Weiterbildung sei zwar de facto Grundversorgung, aber in der Finanzierung nie dementsprechend gewürdigt worden. Das werde nun zum Fallstrick für die Kommunen, die ihre Bürgerinnen und Bürger mit den Auswirkungen der fehlenden Gelder konfrontieren müssen.
Hintergrund:
Das Aufgabenportfolio der Volkshochschulen zählt überwiegend zu den freiwilligen Aufgaben.
Die Einnahmen der Volkshochschulen über Bundesmittel, zum Beispiel für die Durchführung von Integrationskursen, sind zuletzt durch den Sparkurs im Gesamtprogramm Sprache empfindlich eingebrochen. Weitere Einsparungen, zum Beispiel nach dem Ende der Alpha-Dekade, stehen bevor.
Das Weiterbildungsförderungsgesetz des Landes sieht eine Förderung der Volkshochschulen durch das Land vor. In den letzten zwanzig Jahren wurden die Zuschüsse des Landes nicht erhöht, sie liegen bei ca. 2,4 Millionen Euro pro Jahr für die Arbeit der acht Volkshochschulen, des Verbandes und zusätzliche Projekte.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung zur Nutzung durch die Pressestelle der Landeshauptstadt Schwerin


