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Mitgliederversammlung vhs Verband MV
Man sieht das Plenum der Mitgliederversammlung vhs-Verband MV in einem Saal mit Blick auf die Referentin.

Weiterbildung als vierte Säule des Bildungssystems stärken


Mitgliederversammlung des vhs-Verbandes diskutiert Zukunft der Erwachsenenbildung im Land

Schwerin. Was brauchen Menschen, um Bildungsangebote tatsächlich wahrzunehmen – und wo liegen die strukturellen Hemmnisse für eine noch leistungsfähigere Weiterbildungs-landschaft in Mecklenburg-Vorpommern? In der diesjährigen Mitgliederversammlung des Volkshochschulverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V. standen grundlegende Fragen der Weiterbildung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Netzwerkpartnerinnen und -partnern, den Mitgliedsvolkshochschulen und deren kommunalen Trägern wurden Antworten gesucht und klare Forderungen formuliert. Aus der Landespolitik nahm Dr. Monique Wölk, MdL (SPD-Fraktion), an der Veranstaltung teil.

Herrenberg-Urteil: Existenzbedrohende Folgen für den Weiterbildungssektor

Intensiv diskutierten die Teilnehmenden die Folgen des sogenannten Herrenberg-Urteils. Die Volkshochschulen stützen ihr Kursangebot zu einem wesentlichen Teil auf freiberuflich tätige Kursleitende. Für sie ist es deshalb existentiell wichtig, dass nebenberufliche Kursleitende im aktuellen Statusfeststellungsverfahren berücksichtigt werden. Verbandsdirektorin Jakobi warnte, dass ohne das Engagement der Menschen, die neben ihrer eigentlichen Arbeit in ihrer Freizeit anderen Menschen Wissen weitergeben, die vhs-Landschaft in ihrer bisherigen Form akut gefährdet sei.

Klare Forderungen an die Landespolitik

Der Volkshochschulverband Mecklenburg-Vorpommern formulierte im Wahljahr 2026 klare Forderungen an die Politik:

Weiterbildung muss demnach als echte vierte Säule des Bildungssystems anerkannt und politisch adressiert werden. In einer Zeit, in der das Leben schneller, komplexer und unsteter wird, sei Weiterbildung kein Luxus, sondern gesellschaftliche Notwendigkeit. Gesundheitsbildung, Grundbildung, digitale Kompetenzen und gesellschaftliche Teilhabe ließen sich ohne ein starkes, niedrigschwelliges Weiterbildungsangebot nicht sichern: „Weiterbildung wird gebraucht wie wohl nie zuvor – und dennoch behandelt die Politik sie nach wie vor nur randständig. Wir müssen Bildung nach der Ausbildung oder dem Studium weiterdenken, um zukunftsfähig zu bleiben“, so Maren Jakobi dazu.

Konkret fordert der Verband:

  • die verbindliche Verankerung einer Kultur des lebenslangen Lernens, indem Strategien und Handlungspläne stets auch die Weiterbildung mitdenken,
  • eine auskömmliche Finanzierung der Volkshochschulen, deren Förderung seit mehr als zwanzig Jahren nicht erhöht wurde

In der fachlichen Diskussion mit Referentin Mareike Schams, Vize-Verbandsdirektorin des vhs-Verbandes Rheinland-Pfalz fokussierte die Mitgliederversammlung auf neue Kooperationsformen, um Weiterbildung wirksam in die Fläche zu bringen. Weil sich außerdem das Nutzungsverhalten stark ändert, spielen Daten aus dem Bildungsmonitoring eine immer größere Rolle: Sie geben Anhaltspunkte für kreative Ansätze, um Teilnehmende zu gewinnen und dauerhaft zu begeistern.


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